Donnerstag, 28. Mai 2015

Kater Mittwoch


Einen Monat ist es nun auf den Tag genau her, dass sich mein Leben total verändert hat. Manche haben es sicher mitbekommen, andere haben diese schreckliche Woche vorher und die bitteren Tage danach gemeinsam mit mir durchgestanden.

Heute ist es wieder besonders schwer…

Jeder der selbst Tiere hat, weiß wie schmerzhaft ihr Verlust ist… Und ich habe mein Baby verloren.

Als wir meinen kleinen Mittwoch am Mittwoch, den 09.05.2012 auf dem Dachboden unserer Werkstatt gefunden haben, habe ich nicht im Geringsten daran geglaubt, dass er es schaffen wird. Er muss höchstens 2 Tage alt gewesen sein, als er nach uns gerufen hat, dass wir ihn retten sollen. Es war eine sehr sehr anstrengende Zeit und doch war es das Schönste was ich bisher erlebt habe. Einem so kleinen Wesen sein Leben zu schenken, gibt einem ein unbeschreibliches Gefühl. Doch das bedeutete auch: Fläschchen geben – Tag und Nacht. Im 2-3 Stunden Takt Fläschchen kochen, Bauch kraulen und alles was da noch so dazu gehört, wenn man plötzlich Katzen-Mutti ist. Menschen die Tiere nicht mögen, können es nicht nachvollziehen, dass man ein Tier als vollwertiges Mitglied bezeichnet oder gar als sein „Kind“… aber ich habe ihn großgezogen! Und es war einfach alles ähnlich. Nur ohne Mutterschaftsurlaub ;-) 

 Nach der ersten Nacht war meine erste Aussage am Morgen: „Ich will niemals ein Baby bekommen“ … er hat die ganze Nacht zwischen meinen Brüsten geschlafen (dort ist es einfach am wärmsten und ich hatte ihn ganz nah an meinem Herzen) und hat geweint… vor Hunger! Es war grausam. Doch am nächsten Tag gab es Babynahrung und alles wurde gut. Mit jedem Tag mehr haben wir alle mehr Routine bekommen und waren irgendwann Profis. Natürlich wurde das Gewicht peinlich genau dokumentiert und wir haben uns über jedes Gramm gefreut.




Und so wurde er immer größer und größer. Genau wie die Liebe zu ihm. Er war nicht einfach – verwöhntes Einzelkind eben ;-) Aber er hat uns allen so unendlich viel Liebe und Lachen geschenkt. Ein Geschenk welches unbezahlbar ist

Und plötzlich ist alles anders. Er wurde krank, Verdacht auf Blasenentzündung. Doch kein Medikament schlug an. Nach mehreren Besuchen beim Tierarzt kam ein Verdacht auf – eine Fehlstellung an der Wirbelsäule, welcher sich nach einer Woche Kampf bestätigen sollte.

Ich bin von dem 09.05.2012 bis zum 28.04.2015 jeden Weg mit ihm gemeinsam gegangen, bis zum Schluss, bis zur letzten Sekunde. Jede Freude und jedes Leid habe ich mit ihm geteilt und er hat mich durch die schlimmste Zeit meines Lebens begleitet. Nur durch ihn habe ich alles geschafft.

Wie viele witzige und nervenraubende Geschichten ich euch von ihm erzählen könnte… das glaubt ihr kaum. Manches muss ich erwähnen, wie der Kristallteller meiner Mama auf dem Küchenschrank – ein Erbstück in tausend Einzelteile. Oder das Verhältnis zum „Opa“, welches nicht gerade das Beste war (und das ist milde ausgedrückt). Mein letzter Geburtstag, an dem er (im Beisein unserer Gäste) mitten auf dem Tisch liegt und wie eine Bestie faucht und knurrt…. Ist ja schließlich sein Revier! Er hat die meisten immer freundlich und schmusend auf dem Schrank im Flur begrüßt, das war so typisch für ihn, dass es viele kannten! Er hat apportiert, meine Stecknadeln im Nähzimmer geliebt, ist mir nie von der Seite gewichen und lag gerne auch mal mitten auf dem Abendbrottisch. Wenn er wusste er hat was angestellt war er plötzlich der niiiiedlichste Kater der Welt – er wusste mit seinem Charme zu spielen!!! Und das nicht nur bei Frauen. Er hat mit seiner Art meinen Lieblingsjungen um den Finger gewickelt. Sie waren unzertrennlich. Ich brauche nur sagen: „Komm Mittwoch wir gehen eine Rauchen.“ … und Mittwoch springt aus seinem Schönheitsschlaf auf und folgt ihm bis zum Fenster.

Ich schreibe hier, weil ich möchte, dass er in Erinnerung bleibt. Es soll ein kleines Zeichen sein, auch wenn dieses Zeichen hauptsächlich für mich allein ist. Und ich möchte euch sagen: gebt euren Vierbeinern all eure Liebe und ihr werdet doppelt so viel wiederbekommen! Mein kleiner Mittwoch hinterlässt ein so tiefes Loch, in unserem Zuhause und vor allem in meinem Herz, und ich bin so unendlich glücklich darüber, dass so viele in Gedanken bei ihm waren und immer noch sind. Meine Dankbarkeit gegenüber 4 besonderen Personen lässt sich nicht in Worte fassen, ihr wisst, dass ihr gemeint seid… Danke, dass ihr so für uns und besonders für mich da wart…

"Er ist jetzt bei den Engeln..."



Ich bin mir sicher er wird ewig in unseren Gedanken herumschwirren. Und es mag albern klingen, erst heute Morgen hatte ich wieder kleine Pfoten auf der Scheibe meines Autos… für mich ist es, als war er es und will mir sagen: „Mami… ich bin bei dir!“

Kommentare:

  1. Oh nein, das tut mir unendlich leid :( habe selbst schon 2 Katzen verloren, weil beide überfahren wurden.. Ich kenne das schreckliche Gefühl! Ich wünsch dir ganz viel Kraft für diese schwere Zeit. Und du hast Recht, viele verstehen nicht, wieso man wegen einer Katze so traurig sein kann, ist doch "nur ein Tier " -.-
    Mittlerweile habe ich 2 Hauskatzen, und möchte garnicht daran denken, was alles passieren könnte :O
    Fühl dich gedrückt :*

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte liebe Hanna! <3 :*

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